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Automatenmarken

Automatenmarken der BRD als faszinierendes Sammelgebiet der Philatelie

Wenn Sie nach einem dynamischen, technisch geprägten und geschichtlich hochspannenden Sammelgebiet suchen, bieten Ihnen die Automatenmarken der Bundesrepublik Deutschland ein unvergleichlich tiefes Betätigungsfeld. Mit der Einführung dieser modernen Wertzeichen zu Beginn der 1980er-Jahre veränderte sich der Postalltag in Deutschland grundlegend, da Postkunden ihr Porto nun passgenau und minutenschnell direkt am Automaten ausdrucken konnten. In dieser spezialisierten Kategorie finden Liebhaber der Philatelie eine breite Palette an postfrischen Stücken, gestempelten Exemplaren und historischen Belegen, welche den kontinuierlichen Wandel der Posttechnologie über Jahrzehnte hinweg dokumentieren. Lassen Sie sich von der enormen Vielfalt an unterschiedlichen Drucktypen, Papiervarianten und seltenen Sonderstempelungen begeistern, die dieses lebendige Spezialgebiet der Deutschland-Philatelie so einzigartig machen.

Die Beschäftigung mit diesen variablen Postwertzeichen erfordert einen scharfen Blick für das Detail und belohnt Sie mit faszinierenden Einblicken in die jüngere Zeitgeschichte der Logistik. Im Gegensatz zu klassischen, im Bogen gedruckten Dauerserien haftet der Automatenmarke stets der Hauch des Unvorhersehbaren an, da jeder Verkaufsautomat im täglichen Betrieb eigene mechanische Spuren auf dem Papier hinterließ. Ob Sie ein erfahrener Philatelist auf der Suche nach seltenen Ersttagsbelegen sind oder als Einsteiger die Vielfalt der unterschiedlichen Motive erkunden möchten, diese Kategorie bietet Ihnen ein breites Spektrum an Entdeckungen. Tauchen Sie ein in eine Welt, in der Technik und Postgeschichte auf kleinstem Raum miteinander verschmelzen.

Was zeichnet die Kategorie der BRD-Automatenmarken aus?

Klassische Briefmarken der Bundesrepublik Deutschland besitzen in der Regel einen fest vorgegebenen Nennwert, der bereits im Vorhinein in der Bundesdruckerei festgelegt und gedruckt wurde. Die Kategorie der Automatenmarken, in der Fachwelt oft auch als ATM abgekürzt, zeichnet sich hingegen durch ihre enorme Flexibilität bei der Wertangabe aus. Die eigentlichen Wertstufen wurden erst im Moment des Kaufs durch ein im Automaten integriertes Druckwerk auf ein vorbereitetes, endlos aufgerolltes Trägerpapier aufgebracht. Diese technologische Besonderheit fasziniert Sammler auf der ganzen Welt, da hierdurch eine nahezu unbegrenzte Anzahl an unterschiedlichen Portostufen auf identischem Markenpapier entstehen konnte.

Wer sich intensiv mit diesem Sammelgebiet auseinandersetzt, lernt schnell, weit über das reine Bildmotiv hinauszublicken. Es sind die feinen Nuancen des Druckbildes, die unterschiedlichen Schriftarten der installierten Druckwerke und die physikalischen Eigenschaften des Papiers, die den Reiz ausmachen. Durch die Aufstellung der Geräte an unterschiedlichsten Standorten im gesamten Bundesgebiet – von wettergeschützten Postfilialen bis hin zu zugigen Außenbereichen – unterlagen die Automaten und das verwendete Material ständig wechselnden Umwelteinflüssen. Dies führte zu einer Fülle von witterungs- und wartungsbedingten Varianten, die jede einzelne Marke zu einem individuellen Zeugnis ihrer Entstehungszeit machen.

Die Faszination des variablen Portos

Der wohl größte Vorteil der Automaten für die Postkunden war die Möglichkeit, krumme Portobeträge für schwerere Sendungen, Einschreiben oder den internationalen Versand exakt passend zu erwerben. Dies führte dazu, dass neben den allgegenwärtigen Standardwerten für Postkarten und Standardbriefe auch höchst exotische Nennwerte gedruckt wurden. Für Philatelisten sind gerade diese ungewöhnlichen Wertstufen von großem Interesse, da sie oft nur in extrem geringer Stückzahl für ganz spezifische Tarife gezogen wurden. Das systematische Sammeln von kompletten Wertstufenreihen von einem einzigen Automaten oder aus einer bestimmten Epoche stellt eine der spannendsten Herausforderungen dieses Fachbereichs dar.

Darüber hinaus sind auch sogenannte Tastensätze sehr beliebt, bei denen Sammler alle standardmäßig über die Schnellwahltasten des Automaten anwählbaren Werte an einem bestimmten Tag erwarben. Solche geschlossenen Sätze dokumentieren perfekt die damals gültige Portotabelle und zeigen die typischen Druckeigenschaften des jeweiligen Geräts zu einem ganz konkreten Zeitpunkt. Die enorme Bandbreite von Kleinstwerten im einstelligen Pfennig- oder Centbereich bis hin zu hohen Portostufen für Paketsendungen macht die Vielfalt dieses Sammelgebiets erst richtig greifbar.

Besonderheiten bei Papier und Drucktypen

Ein entscheidendes Kriterium für die wissenschaftliche Einordnung und katalogmäßige Bewertung von Automatenmarken ist die verwendete Drucktechnik des jeweiligen Automatenmodells. In den ersten Jahrzehnten dominierten mechanische Typenrad- oder Nadeldrucker, die ein sehr charakteristisches, leicht geprägtes Schriftbild auf dem Papier hinterließen. Später setzte sich im Zuge der Modernisierung der Thermodirektdruck durch, der zwar deutlich schneller und leiser arbeitete, jedoch ein völlig verändertes, flacheres Druckbild aufweist. Spezialisierte Sammler nutzen starke Lupen, um die feinen Unterschiede in den Schriftarten und den Tinten- oder Thermoaufträgen präzise zu bestimmen.

Auch das Trägerpapier selbst ist ein hochinteressantes Forschungsfeld innerhalb der Philatelie. Über die Jahre hinweg experimentierte die Post mit verschiedenen Papierqualitäten, unterschiedlichen Lumineszenzeigenschaften zur automatischen Stempelung und variierenden Sicherheitsmerkmalen wie etwa optisch variablen Aufdrucken oder Mikroschrift. Manche Auflagen weisen eine rückseitige Nummerierung auf, die der Abrechnung im Automaten diente und heute wichtige Rückschlüsse auf die Position der Marke auf der ursprünglichen Papierrolle zulässt.

Erhaltungsformen: Postfrisch, gestempelt und auf Beleg

Wie in allen klassischen Bereichen der Philatelie entscheiden die Erhaltungsform und die historische Dokumentation über den ideellen Wert eines Sammlungsstücks. Postfrische Automatenmarken bestechen durch ihre makellose Gummierung und ein perfekt zentriertes, sauberes Druckbild. Sie eignen sich hervorragend für Typensammler, welche die reine Ästhetik des unbeschädigten Markenbildes und des ungestörten Wertaufdrucks in ihrer Albenanlage dokumentieren möchten.

Demgegenüber stehen gestempelte Exemplare, welche den realen Durchlauf durch das Postsystem belegen. Besonders begehrt sind hierbei zeitgerechte Abstempelungen, die nachweislich während der Betriebszeit des entsprechenden Automatentyps erfolgten. Die absolute Krönung einer jeden Sammlung sind jedoch komplette Briefe, Postkarten oder Paketabschnitte, auf denen die Automatenmarke unbeschädigt erhalten geblieben ist. Nur auf einem solchen Ganzbeleg lässt sich die postalische Logik hinter einer ungewöhnlichen oder krummen Wertstufe zweifelsfrei nachvollziehen und historisch belegen.

Die Geschichte der deutschen Automatenmarken

Die Einführung der Automatenmarke in der Bundesrepublik Deutschland war kein plötzliches Ereignis, sondern das Ergebnis einer langen postgeschichtlichen Entwicklung. Die damalige Deutsche Bundespost stand vor der großen Herausforderung, die Schalterhallen der Postämter zu Stoßzeiten zu entlasten und gleichzeitig einen Rund-um-die-Uhr-Service für die Bürger anzubieten. Die Lösung lag in der Automatisierung des Verkaufs von Postwertzeichen, die zuvor nur mühsam über mechanische Münzschränke mit festen Heftchen oder Einzelmarken realisiert werden konnte. Die Entwicklung dieser Technologie markiert den Eintritt der Post in das moderne Elektronikzeitalter.

Die Pionierzeit der deutschen Automatenmarke ist reich an technologischen Experimenten, Rückschlägen und grandiosen Erfolgen, die sich allesamt in den philatelistischen Belegen dieser Ära widerspiegeln. Für Postgeschichtler ist diese Epoche besonders faszinierend, da sie den Übergang vom analogen Staatsbetrieb hin zum digitalisierten Dienstleistungsunternehmen lückenlos dokumentiert. Jede neue Gerätegeneration brachte neue Vorschriften, neue Tarife und neue optische Erscheinungsbilder mit sich, was die Geschichte dieses Sammelgebiets so extrem abwechslungsreich gestaltet.

Die Anfänge der Erprobung in den 1980er-Jahren

Der offizielle Startschuss für das Abenteuer Automatenmarke fiel in der Bundesrepublik Deutschland am 2. Januar 1981 mit einem groß angelegten Feldversuch in den Ballungsräumen Darmstadt und Frankfurt am Main. Die Post installierte für diese Testphase Geräte der renommierten Hersteller Klüssendorf und Sielaff. Diese Apparate unterschieden sich grundlegend in ihrer internen Mechanik und vor allem im Schriftbild des Wertaufdrucks. Während die Klüssendorf-Automaten mechanische Typenräder nutzten, setzten die Sielaff-Geräte auf ein flexibles Nadeldrucksystem. Sammler unterscheiden diese beiden Ur-Typen der deutschen Automatenmarken bis heute akribisch und suchen gezielt nach den Belegen aus dieser frühen Erprobungsphase.

Der Versuch stieß in der Bevölkerung auf eine unerwartet hohe Akzeptanz. Die Möglichkeit, sich unabhängig von Schalteröffnungszeiten mit exakt passendem Porto zu versorgen, überzeugte die Postkunden schnell. Bereits nach wenigen Monaten wurde beschlossen, das System weiterzuentwickeln und den Versuchsstatus schrittweise in eine flächendeckende Einführung im gesamten Bundesgebiet zu überführen. Dieser Erfolg legte den Grundstein für eine jahrzehntelange Erfolgsgeschichte, die das Bild der deutschen Postämter nachhaltig prägen sollte.

Der Einzug neuer Automatengenerationen

Mit dem Fortschreiten der Mikroelektronik in den 1990er-Jahren gerieten die mechanisch anspruchsvollen Geräte der ersten Generation zunehmend an ihre Grenzen. Die Post benötigte wartungsärmere und flexiblere Systeme, die auch mit veränderten Bezahlsystemen wie Geldkarten oder Kreditkarten kompatibel waren. Neue Hersteller wie die Firma Nagler traten auf den Plan und revolutionierten den Markt mit innovativen Gehäusekonzepten und modernen Thermodruckwerken. Jede dieser technischen Umstellungen hinterließ deutliche Spuren auf den ausgegebenen Marken.

Für Philatelisten bedeutete dieser ständige Technologiewechsel ein goldenes Zeitalter der Entdeckungen. Neue Papiersorten wurden getestet, um die Haltbarkeit der thermischen Ausdrucke unter extremen Bedingungen zu optimieren. Zudem veränderten sich die Standorte: Die Automaten wanderten vermehrt aus den Schalterhallen direkt an die Außenwände der Postämter, was zu neuen klimatischen Herausforderungen für die empfindlichen Geräte führte. Die Erforschung dieser verschiedenen Geräteepochen und ihrer jeweiligen Standorte ist bis heute ein zentraler Bestandteil der philatelistischen Forschungsarbeit.

Die Umstellung auf Euro und moderne Systeme

Eine der wohl spannendsten und hektischsten Phasen in der deutschen Postgeschichte war die Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung Euro zur Jahrtausendwende. Für die Automatenmarken bedeutete dies eine gigantische logistische und technische Herausforderung. In der Übergangsphase ab Ende des Jahres 2001 mussten die Automaten so programmiert werden, dass sie sowohl die alte Währung Deutsche Mark als auch die neue Euro-Währung korrekt verarbeiten und aufdrucken konnten. So entstand die legendäre Doppelnominalen-Phase, bei der die Werte in beiden Währungen parallel auf der Marke ausgewiesen wurden.

Ab dem 1. Januar 2002 wurden die Geräte schließlich auf reinen Euro-Betrieb umgestellt. Diese Epoche bescherte der Philatelie eine schier unendliche Fülle an kuriosen Übergangsvarianten, Ersttagsstempeln der neuen Währung und seltenen Mischfrankaturen auf Briefen. In den darauffolgenden Jahren schritt die Digitalisierung noch schneller voran. Die klassischen mechanischen Tastenfelder wichen modernen Touchscreens, und die Anbindung an zentrale Rechenzentren ermöglichte eine völlig neue Qualitätsstufe bei der Abrechnung und der Verfolgung von Postsendungen.

Beliebte Motive und Serien der Automatenmarken aus Deutschland

Obwohl bei Automatenmarken naturgemäß die rein technische Funktionalität im Vordergrund steht, wurde der gestalterische Aspekt von der Post niemals vernachlässigt. Ganz im Gegenteil: Die Entwürfe für das Trägerpapier wurden oft von namhaften Grafikern gestaltet und spiegeln die visuelle Identität der Bundesrepublik Deutschland über die Jahrzehnte wider. Dabei reichte die Motivpalette von traditionsreichen staatlichen Symbolen über historische Bauwerke bis hin zu modernen, abstrakten Grafiken und hochauflösenden Naturfotografien. Diese optische Vielfalt macht das Sammeln von Automatenmarken auch für Motivliebhaber zu einem äußerst lohnenden Unterfangen.

Die unterschiedlichen Serien weisen zudem oft sehr lange Laufzeiten auf, was sie mit den klassischen Dauerserien der herkömmlichen Briefmarken vergleichbar macht. Innerhalb dieser langen Laufzeiten kam es zwangsläufig zu verschiedenen Nachdrucken, Papierwechseln und Farbnuancen, was das Sammelgebiet für Spezialisten noch reizvoller macht. Wer sich intensiv mit den Motiven beschäftigt, unternimmt gleichzeitig eine visuelle Zeitreise durch die Designgeschichte der Bundesrepublik.

Das klassische Posthorn-Motiv von 1981

Das erste und wohl bekannteste Motiv der deutschen Automatenmarkengeschichte ist das klassische Posthorn, das im Jahr 1981 eingeführt wurde. Gestaltet in einem schlichten, aber äußerst einprägsamen Design, zeigt es das traditionsreiche Symbol des Postwesens auf einem feinen, hellgrünen Sicherheitsuntergrund, der mit wellenförmigen Linien durchzogen ist. Dieses Muster diente vor allem dazu, Fälschungen zu erschweren und den automatischen Einzug in den Sortiermaschinen zu erleichtern. Da dieses Motiv über ein ganzes Jahrzehnt hinweg ununterbrochen im Einsatz war, existieren hiervon unzählige Abweichungen in der Papierfarbe, der Lumineszenz und dem Klebstoff.

Für viele Puristen der Philatelie verkörpert das grüne Posthorn-Motiv die eigentliche Essenz der deutschen Automatenmarke. Die Suche nach extrem ungewöhnlichen Wertstufen oder seltenen Stempelungen auf diesem klassischen Papier ist unter Sammlern ein weitverbreiteter Sport. Ein komplettes Album, das ausschließlich diesem ersten Motiv gewidmet ist, strahlt eine wunderbare visuelle Harmonie und historische Tiefe aus.

Die langlebigen Wappen- und Schlossserien

In den 1990er-Jahren entschied sich die Post für einen Motivwechsel, um den veränderten ästhetischen Ansprüchen und der Wiedervereinigung Deutschlands Rechnung zu tragen. Es folgten detailliert gestaltete Serien, die bedeutende Bauwerke und nationale Symbole in den Mittelpunkt rückten. Besonders populär wurde das Motiv mit dem Schloss Bellevue in Berlin, dem Amtsgurt des Bundespräsidenten, sowie Darstellungen des Brandenburger Tors als Symbol der Einheit. Diese architektonischen Motive verliehen den Marken ein sehr edles und staatstragendes Erscheinungsbild.

Die Umsetzung dieser filigranen Grafiken auf dem Trägerpapier stellte extrem hohe Anforderungen an die Druckwerke der Verkaufsautomaten. Die feinen Linien der Gebäude mussten auch bei schnellem Druck und unter dem Einfluss von extremen Außentemperaturen gut erkennbar bleiben. Sammler schätzen diese Serien besonders wegen ihrer detailreichen Zeichnung und den faszinierenden Unterschieden im Untergrunddruck, die je nach Auflage deutliche Helligkeitsunterschiede aufweisen.

Postdienstleistungen und Briefmotive

Ein weiteres, sehr charmantes Thema war die gestalterische Würdigung des Postwesens selbst. In verschiedenen Epochen wurden Motive eingeführt, die stilisierte Briefe, Transportwege, Postfahrzeuge oder moderne Logistiksymbole zeigten. Diese Entwürfe machten auf spielerische Weise deutlich, wofür die Marke eigentlich gedacht war: als Transportmittel für die geschriebene Botschaft. Die meist sehr klaren Linien und die Verwendung von frischen, modernen Farben machten diese Ausgaben im Alltag äußerst beliebt.

Diese motivische Nähe zum eigentlichen Postdienst macht diese Marken zu perfekten Ergänzungen für thematische Sammlungen rund um das Thema Postgeschichte und Telekommunikation. Sie dokumentieren den Wandel des Selbstverständnisses der Post vom rein staatlichen Beförderungsamt hin zu einem weltweit agierenden, modernen Dienstleistungskonzern, der sich durch Schnelligkeit und Präzision definiert.

Moderne Bildmotive und die Einführung der Matrixcodes

Mit dem Beginn des neuen Jahrtausends und dem Einzug hochauflösender Druckverfahren auf den Trägerpapierrollen veränderte sich das Gesicht der Automatenmarken nochmals dramatisch. Aufwendige Naturfotografien, farbenprächtige Blumenmotive und detailreiche Darstellungen von Landschaften hielten Einzug an den Automaten. Diese farbenfrohen Marken im modernen Querformat wirkten auf den Briefen frisch und zeitgemäß und erfreuten sich auch bei Gelegenheitskunden großer Beliebtheit.

Der wohl größte evolutionäre Schritt der jüngsten Vergangenheit war jedoch die Einführung von zweidimensionalen Matrixcodes direkt auf dem Markenbild. Diese Codes, die von modernen Druckköpfen präzise aufgebracht werden, dienen der lückenlosen Verfolgung der Sendungen und machen jede einzelne Marke zu einem datentechnischen Unikat. Wer diese modernsten Ausgaben sammelt, steht an der vordersten Front der philatelistischen Entwicklung und dokumentiert den faszinierenden Übergang der klassischen Briefpost in das voll digitalisierte Zeitalter des Informationsflusses.

Spannende Hintergrundgeschichten und philatelistische Kuriositäten

Gerade weil Automaten technische Apparate sind, die oft über lange Zeiträume im ununterbrochenen Einsatz standen und extremen mechanischen Belastungen ausgesetzt waren, kam es immer wieder zu faszinierenden Unregelmäßigkeiten. Diese mechanischen und elektronischen Störungen sind das Salz in der Suppe für jeden leidenschaftlichen Sammler. Sie verwandeln ein scheinbar gewöhnliches Postwertzeichen in ein gesuchtes Unikat mit einer ganz individuellen Geschichte. Viele dieser Kuriositäten wurden erst Jahre nach ihrer tatsächlichen Entstehung von aufmerksamen Philatelisten entdeckt und wissenschaftlich analysiert.

Die Jagd nach solchen verborgenen Schätzen erfordert viel Geduld, Fachwissen und manchmal auch das nötige Quäntchen Glück. Oft schlummern seltene Fehlprägungen unerkannt in alten Briefkonvoluten oder Nachlässen, da sie vom normalen Postkunden im Alltag überhaupt nicht wahrgenommen wurden. Für den spezialisierten Sammler hingegen stellt die Entdeckung einer solchen Abweichung einen absoluten Höhepunkt seines philatelistischen Schaffens dar.

Fehlprägungen, Doppelprägungen und kuriose Wertstufen

Zu den spektakulärsten Stücken in der Welt der Automatenmarken gehören zweifellos die echten Fehlprägungen. Wenn beispielsweise das Trägerpapier im Automaten nicht korrekt weitertransportiert wurde, kam es zu spektakulären Verschiebungen des Wertaufdrucks, bei denen die Zahlen am äußersten Rand oder gar auf der Perforation landeten. Auch Doppelprägungen, bei denen ein bereits bedrucktes Papiersegment durch einen Systemfehler ein zweites Mal den Druckkopf passierte, sind extrem rar und unter Sammlern heiß begehrt.

Gelegentlich sorgten auch Softwarefehler in den Steuerungscomputern der Automaten für helle Aufregung in der Sammlerszene. So sind Fälle dokumentiert, in denen Geräte aufgrund eines Programmierfehlers plötzlich astronomisch hohe Portowerte druckten, die eigentlich gar nicht im Sortiment vorgesehen waren. Ebenfalls kurios sind sogenannte Null-Wertprüfungen, die von Technikern zu Testzwecken generiert wurden und eigentlich niemals in den Umlauf gelangen sollten, heute aber als seltene historische Zeugnisse gesucht werden.

Lokale Besonderheiten und Ersttagsbriefe

Da die Automaten dezentral im ganzen Land von unterschiedlichen regionalen Postämtern und Technikerteams gewartet wurden, entstanden immer wieder lokale Besonderheiten. So kam es beispielsweise vor, dass bei einem plötzlichen Papierengpass in einer Region kurzfristig Trägerpapierrollen einer älteren Serie oder mit abweichender Fluoreszenz in die Geräte eingelegt wurden. Solche nur regional und über wenige Tage hinweg auftretenden Kombinationen aus Papier und Drucktyp sind hochspannende historische Dokumente.

Einen besonderen Stellenwert besitzen zudem Ersttagsbriefe von speziellen Standorten. Wenn beispielsweise an einer bedeutenden Postfiliale ein völlig neuartiger Automatenprototyp in Betrieb genommen wurde, versammelten sich oft am ersten Tag zahlreiche Philatelisten vor Ort, um die ersten Ausdrücke direkt auf Briefe zu kleben und mit dem offiziellen Tagesstempel entwerten zu lassen. Diese Belege dokumentieren auf den Tag genau den Beginn einer neuen Ära der Postgeschichte an diesem spezifischen Ort.

Ein vielseitiges Betätigungsfeld für engagierte Sammler

Das Sammeln von Automatenmarken der Bundesrepublik Deutschland bietet sowohl für Neueinsteiger als auch für hochspezialisierte Experten schier unendliche Möglichkeiten der individuellen Entfaltung. Die Kombination aus facettenreicher Technikgeschichte, ständigem Wandel der Postgebühren und einer ansprechenden Motivvielfalt sorgt dafür, dass dieses faszinierende Hobby niemals an Attraktivität verliert. Da fast täglich neue postgeschichtliche Facetten hinzukommen, bleibt die Forschung auf diesem Gebiet lebendig und zukunftsorientiert.

Ob Sie sich nun der akribischen Erforschung der frühen Nadeldrucke der 1980er-Jahre widmen, die turbulenten Monate der Euro-Umstellung lückenlos dokumentieren möchten oder sich für die hochmodernen Ausgaben mit integrierten Matrixcodes begeistern – in unserem sorgfältig zusammengestellten Sortiment finden Sie garantiert die passenden Stücke für Ihre persönliche Sammlung. Bereichern Sie Ihr Album um diese faszinierenden variablen Wertzeichen und sichern Sie sich ein Stück lebendige deutsche Postgeschichte für Ihre philatelistische Schatzkiste.

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